11.11.2025
Die Autobahnvignette in der Schweiz ist heute ein fester Bestandteil des Straßenverkehrs. Doch wie entstand dieses einzigartige Abgabesystem, das Autofahrer für die Nutzung der Nationalstrassen zahlen lässt? Wir werfen einen Blick auf die spannende Geschichte der Schweizer Vignette – vom ersten Kleber bis zur modernen E-Vignette.
Die Schweiz war das erste Land in Europa, das eine Vignette einführte. Ziel war es, die Nutzung der Nationalstrassen durch eine einfache Abgabe zu finanzieren. Alternative Modelle wie Tunnelabgaben oder streckenbezogene Gebühren wurden diskutiert, doch die Vignette erwies sich als die unkomplizierteste Lösung.
1984 stimmte das Schweizer Volk der Einführung zu, und bereits ein Jahr später kam die erste Autobahnvignette für 30 Franken auf den Markt. Das Design stammte vom Berner Grafiker Roland Hirter und setzte Maßstäbe in ganz Europa. Schnell orientierten sich andere Länder wie Österreich, Slowenien und Tschechien an diesem System.
Zehn Jahre nach der Einführung wurde der Preis der Vignette nach einer Volksabstimmung auf 40 Franken erhöht – ein Betrag, der bis heute gilt. 2013 gab es Überlegungen, die Vignette auf 100 Franken anzuheben, um die Finanzierungslücke im Straßenbau zu schließen. Die Schweizer Bevölkerung lehnte dies jedoch mit 60,5 % Nein-Stimmen ab.
Die Diskussion um die Erhöhung der Vignettenpreise ist dennoch nicht abgeschlossen, denn ab 2019 reichten die Einnahmen aus der Vignette, der Mineralsteuer und den Mineralölzuschlägen nicht mehr aus, um den Strassenunterhalt vollständig zu finanzieren.
In der Schweiz gibt es nur Jahresvignetten. Letztes Jahr wurden rund neun Millionen Vignetten verkauft, was Einnahmen von 360 Millionen Franken bedeutete. Ein Drittel dieser Summe stammt von ausländischen Autofahrern.
Die Jahresvignette ermöglicht eine einfache Finanzierung der Nationalstrassen, unabhängig von der Fahrtdauer oder Distanz. Sämtliche Einnahmen fließen direkt in Unterhalt, Betrieb und Ausbau der Straßeninfrastruktur.
Die ursprüngliche Autobahnvignette war dunkelblau mit gelber Jahreszahl. Roland Hirter gewann 1984 den Designwettbewerb unter 51 Konkurrenten. Sein Leitgedanke: „Das Einfachste ist immer das Beste“. Mehr brauchte es nicht – Autobahn und Jahrgang reichten aus.
Heute führt sein Sohn Thomas Hirter das Erbe weiter und gestaltete die moderne E-Vignette, die digitale Vorteile bietet, aber die Prinzipien des ursprünglichen Designs bewahrt.
Seit 1985 kleben Schweizer Autofahrer jedes Jahr ihre Vignette an die Windschutzscheibe. Trotz Preisdiskussionen und neuen Technologien bleibt die Autobahnvignette ein Symbol für eine einfache, faire und effektive Finanzierung der Nationalstrassen in der Schweiz.
Wer eine Vignette kaufen möchte, sollte sich rechtzeitig informieren – sei es für die klassische Klebevignette oder die digitale E-Vignette, die künftig das Straßenbild prägen wird.
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