21.10.2026
Stell dir vor, du sitzt am Steuer des Prüfungsfahrzeugs. Die Fahrprüfung beginnt gleich. Doch bevor du losfährst, möchte der Prüfungsexperte noch etwas von dir wissen:
«Können Sie mir zeigen, wo Sie den Motorölstand kontrollieren?»
Eine einfache Frage – sofern du dich damit vorbereitet hast.
Viele Lernfahrende konzentrieren sich verständlicherweise auf das eigentliche Autofahren. Kreuzungen, Spurwechsel, Parkmanöver und Autobahnfahrten stehen im Vordergrund.
Dass auch grundlegende Fahrzeugkenntnisse an der praktischen Führerprüfung eine Rolle spielen können, geht dabei manchmal vergessen.
Wer einen Personenwagen lenkt, muss mehr können, als das Fahrzeug von A nach B zu bewegen.
Autofahrerinnen und Autofahrer sollten beispielsweise erkennen können, wenn ein Reifen beschädigt ist, eine Warnleuchte aufleuchtet oder eine wichtige Fahrzeugfunktion nicht ordnungsgemäss arbeitet.
Deshalb können Prüfungsexpertinnen und Prüfungsexperten während der praktischen Führerprüfung auch Fragen zum Fahrzeug stellen.
Es geht dabei nicht darum, eine Automechanikerin oder ein Automechaniker zu werden.
Vielmehr sollst du die wichtigsten Sicherheitseinrichtungen kennen und wissen, wie du in bestimmten Situationen reagieren musst.
Die Reifen bilden den Kontakt zwischen Fahrzeug und Strasse.
Du solltest deshalb wissen:
In der Schweiz beträgt die gesetzliche Mindestprofiltiefe 1,6 Millimeter. Für die Verkehrssicherheit ist jedoch ein grösseres Profil empfehlenswert.
Moderne Autos verfügen über zahlreiche Symbole im Armaturenbrett.
Einige informieren über eingeschaltete Funktionen. Andere weisen auf technische Probleme hin.
Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Warnungen, bei denen eine zeitnahe Kontrolle nötig ist, und solchen, bei denen sofort reagiert werden muss.
Leuchtet beispielsweise die rote Öldruckwarnleuchte während der Fahrt, solltest du sicher anhalten und den Motor abstellen.
Auch wer später nie selbst einen Ölwechsel durchführen möchte, sollte die wichtigsten Flüssigkeiten und deren Kontrollmöglichkeiten kennen.
Dazu gehören unter anderem:
Wichtig ist auch das Wissen, welche Kontrollen selbst durchgeführt werden dürfen und wann eine Fachperson benötigt wird.
Vor einer Fahrt müssen Sitzposition, Spiegel, Sicherheitsgurt und Kopfstütze richtig eingestellt sein.
Auch die sichere Beförderung von Kindern sowie die korrekte Sicherung von Gepäck können relevante Prüfungsthemen sein.
Diese Kenntnisse dienen nicht nur dem Bestehen der Fahrprüfung, sondern der Sicherheit aller Fahrzeuginsassen.
Ein Fahrzeug kann heute selbstständig bremsen, vor Hindernissen warnen oder beim Einhalten der Fahrspur unterstützen.
Solche Systeme sind praktisch, können aber auch zu Missverständnissen führen.
Ein Spurhalteassistent beispielsweise ersetzt keine aufmerksame Fahrerin und keinen aufmerksamen Fahrer.
Für die praktische Autoprüfung lohnt es sich deshalb, die Funktionen und Grenzen der im Prüfungsfahrzeug vorhandenen Assistenzsysteme zu verstehen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die wichtigsten Fahrzeugkenntnisse zu lernen.
Besonders wirksam ist eine Kombination aus theoretischem Wissen und praktischer Anwendung.
Eine mögliche Vorbereitung könnte folgendermassen aussehen:
Eine Woche vor der Prüfung
Verschaffe dir einen Überblick über die relevanten Fahrzeugthemen. Markiere alles, was du noch nicht sicher erklären kannst.
Einige Tage vor der Prüfung
Gehe gemeinsam mit deiner Fahrlehrerin, deinem Fahrlehrer oder einer erfahrenen Begleitperson die wichtigsten Funktionen am Prüfungsfahrzeug durch.
Am Vortag
Lass dich noch einmal zu verschiedenen Themen abfragen. Konzentriere dich auf Fragen, bei denen du unsicher bist.
Am Prüfungstag selbst solltest du nicht mehr versuchen, möglichst viele neue Informationen aufzunehmen.
Um die Vorbereitung zu erleichtern, bietet die Schweizer Plattform Lernfahrcoach eine Sammlung mit 118 praktischen Prüfungsfragen.
Die Fragen sind auf neun Themenbereiche verteilt und behandeln unter anderem Fahrzeugdokumente, Motorraum, Beleuchtung, Bremsen, Reifen und Fahrerassistenzsysteme.
Die vollständige Fragenübersicht ist online einsehbar.
Innerhalb der kostenpflichtigen Webanwendung können Lernfahrende die Fragen mit Antworten üben. Fragen, die noch nicht sicher beantwortet wurden, werden gezielt wiederholt.
Das ermöglicht eine systematische Vorbereitung, statt wahllos einzelne Fragen auswendig zu lernen.
Bevor du mit dem Lernen beginnst, kannst du dein aktuelles Wissen mit diesen Beispielen testen.
Frage 1: Wo befindet sich das Pannendreieck?
Kannst du es in deinem Fahrzeug sofort finden? Im Ernstfall sollte es griffbereit sein.
Frage 2: Was machst du, wenn die Frontscheibe während der Fahrt beschlägt?
Du solltest wissen, wie du Lüftung, Klimaanlage und Scheibenentfeuchtung richtig einsetzt, um wieder freie Sicht zu erhalten.
Frage 3: Wie erkennst du, dass ein Blinker möglicherweise defekt ist?
Eine ungewöhnlich schnell blinkende Blinkerkontrollleuchte kann auf eine Störung hinweisen.
Wenn du solche Fragen problemlos beantworten und die Funktionen direkt am Fahrzeug zeigen kannst, hast du bereits eine gute Grundlage.
Weitere Beispiele findest du in der Übersicht der 118 Fahrzeugfragen für die praktische Führerprüfung.
Bei der Theorieprüfung geht es hauptsächlich um Verkehrsregeln, Signale, Vortritt und korrektes Verhalten im Strassenverkehr.
Bei den Fahrzeugfragen im Rahmen der praktischen Prüfung steht dagegen die konkrete Bedienung und Sicherheit des Autos im Mittelpunkt.
Du solltest also nicht nur erklären können, was eine bestimmte Funktion bedeutet, sondern gegebenenfalls auch zeigen können, wo sie sich an deinem Fahrzeug befindet.
Genau deshalb ist das praktische Üben am eigenen Prüfungsfahrzeug so wichtig.
Die Fahrzeugfragen sind Teil von Lernfahrcoach.
Für einmalig CHF 14.90 erhalten Lernfahrende Zugang zu den 118 Prüfungsfragen mit Antworten sowie zu 73 Übungskarten für private Lernfahrten.
Das Angebot ist eine ergänzende Lernhilfe und kein Ersatz für die professionelle Fahrausbildung.
Eine gute Vorbereitung auf die praktische Autoprüfung besteht aus mehreren Bausteinen.
Natürlich steht sicheres und selbstständiges Fahren im Mittelpunkt. Trotzdem solltest du die grundlegenden Funktionen und Sicherheitseinrichtungen deines Prüfungsfahrzeugs nicht vernachlässigen.
Wer wichtige Kontrollleuchten erkennt, die Reifen prüfen kann und die Fahrzeugbedienung versteht, ist nicht nur auf mögliche Prüfungsfragen besser vorbereitet, sondern auch für den späteren Fahralltag.
Alle Themen und Fragen im Überblick:
118 praktische Prüfungsfragen für die Schweizer Autoprüfung ansehen