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Konsequenzen Fahrerflucht Schweiz – Was Autofahrer wissen müssen

10.11.2025

Fahrerflucht in der Schweiz: Strafen, Folgen & rechtliche Konsequenzen

Fahrerflucht – auch „unerlaubtes Entfernen vom Unfallort“ genannt – ist in der Schweiz kein Kavaliersdelikt. Wer sich nach einem Unfall einfach entfernt, riskiert nicht nur hohe Strafen, sondern auch den Verlust des Führerausweises und erhebliche Probleme mit der Versicherung. In diesem Beitrag erfährst du, welche rechtlichen Konsequenzen bei Fahrerflucht in der Schweiz drohen und wie du dich im Ernstfall richtig verhältst.


Was gilt in der Schweiz als Fahrerflucht?

Fahrerflucht liegt vor, wenn sich eine Person nach einem Verkehrsunfall vom Unfallort entfernt, ohne ihre Personalien anzugeben oder den Schaden zu melden. Das gilt sowohl bei einem Unfall mit Personenschaden als auch bei einem reinen Sachschaden, etwa an einem geparkten Auto, Verkehrsschild oder Zaun.

Selbst wer „nur kurz wegfährt“, um später zurückzukommen, kann sich bereits strafbar machen. Entscheidend ist, dass die Polizei oder die geschädigte Person nicht sofort informiert werden kann.


Rechtliche Konsequenzen bei Fahrerflucht

1. Strafrechtliche Folgen

Fahrerflucht wird nach Artikel 92 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) bestraft. Je nach Schwere des Falls drohen:

  • Busse oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren
  • Eintrag im Strafregister
  • Entzug des Führerausweises (meist für mindestens 3 Monate)

Bei Personenschäden kann zusätzlich der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung oder Tötung greifen – mit entsprechend härteren Strafen.


2. Administrativrechtliche Folgen

Unabhängig vom Strafverfahren entzieht das Strassenverkehrsamt meist den Führerausweis. Die Dauer hängt von der Schwere des Delikts und der bisherigen Verkehrsbilanz ab:

  • Mindestens 3 Monate bei leichtem Verschulden
  • 6–12 Monate oder länger bei schwerem Verschulden oder Wiederholungstätern
  • In gravierenden Fällen sogar definitiver Führerausweisentzug

3. Versicherungsrechtliche Folgen

Auch die Versicherung reagiert empfindlich auf Fahrerflucht:

  • Die Haftpflichtversicherung zahlt zwar zunächst den Schaden des Geschädigten, fordert die Summe aber später vom Unfallverursacher zurück (Regress).
  • Die Kaskoversicherung kann ebenfalls die Leistung verweigern, wenn Fahrerflucht nachgewiesen wird.
  • Zusätzlich droht eine massive Erhöhung der Prämie oder sogar die Kündigung der Police.

Wie sollte man sich nach einem Unfall verhalten?

  1. Anhalten und sichern: Sofort stoppen, Warnblinker einschalten und Unfallstelle absichern.
  2. Verletzten helfen: Erste Hilfe leisten und bei Bedarf die Polizei (117) oder Ambulanz (144) rufen.
  3. Daten austauschen: Namen, Adresse, Kontrollschild und Versicherung austauschen.
  4. Schaden dokumentieren: Fotos machen, Zeugen notieren.
  5. Polizei verständigen: Bei Unklarheiten, Fahrerflucht des Gegners oder grossem Schaden immer die Polizei einschalten.

Wann sollte man einen Anwalt einschalten?

Wer einer Fahrerflucht beschuldigt wird oder versehentlich den Unfallort verlassen hat, sollte sofort juristischen Rat einholen. Ein spezialisierter Verkehrsanwalt in der Schweiz kann helfen, die Situation richtig einzuschätzen und den Führerausweis oder Versicherungsschutz zu retten.


Fazit: Fahrerflucht lohnt sich nie

Die Konsequenzen bei Fahrerflucht in der Schweiz sind schwerwiegend – von hohen Bussen über Strafverfahren bis hin zum Verlust des Führerausweises. Wer hingegen ehrlich reagiert, Hilfe leistet und den Unfall meldet, handelt rechtlich korrekt und kann oft milder behandelt werden.